Fronleichnam im Pfarrgarten


Sicherlich jeder in Drolshagen weiß, was Fronleichnam in Drolshagen (normalerweise) bedeutet: Eine Prozession mit vielen Priestern und Messdienern, Kommunionkindern, zwei Musikkapellen, Fahnenabordnungen, vielen Gläubigen und natürlich dem Herrn im Sakrament. Dazu kommen noch vier Segensaltäre, Fähnchen, die den Prozessionsweg säumen, Blumenteppiche auf den Straßen und vieles mehr.

Aber 2020 ist nun einmal ein ganz besonderes Jahr. Zunächst war es einfach nur eine Idee: Könnte der Fronleichnams-Gottesdienst nicht im Freien stattfinden? Wenn ja, wo und wie viele Personen bekäme man unter? Erste Überlegungen gingen in Richtung des Parkplatzes vor dem Clemenshaus, doch dann hat der Pfarrer mal einen genaueren Blick in den Pfarrgarten geworfen und festgestellt wie groß der eigentlich ist!

Uns so wurde aus der Idee langsam ein konkreter Plan: Nach ein wenig Ausmessen und Rechnen kam man zu dem Schluss, dass problemlos etwa 150 Gläubige in dem Garten mit entsprechendem Mindestabstand untergebracht werden können. Aber nicht nur das: Es bleibt sogar noch genügend Platz für einige Musiker des Musikzugs der freiwilligen Feuerwehr Drolshagen. Und wer zunächst ein wenig über den Vorschlag unseres Organisten geschmunzelt hat, man könne doch die elektronische Orgel, die sich derzeit im neuen Teil der Pfarrkirche befindet, mitnehmen, wurde schnell eines besseren belehrt: Letztlich fand sogar die Orgel ihren (wettergeschützten) Platz im Eingangsbereich des Pfarrhauses.

Da der Gottesdienst unter freiem Himmel stattfand, durfte auch gemeinsam gesungen werden. Entsprechend bekundete Pfarrer Leber vor "ausverkauftem" Haus in einer kurzen Ansprache zu Beginn der Messe seine Freude darüber, endlich mal wieder einen Gottesdienst mit einer "größeren" Gemeinde feiern zu dürfen.

Auch Monsignore Schröder ging zunächst in seiner Predigt auf den "paradiesischen" (Pfarr-)Garten ein, beruhigte aber gleichzeitig die Gemeinde, dass es hier weder Äpfel noch Schlangen gibt.

Haupttenor der Predigt war die Wichtigkeit des Abendmahls für die Christen. Lange bevor es die Sonntagspflicht gab, erkannte man Christen daran, dass sie sich einmal die Woche zum Gedächtnis ans Abendmahl versammelt haben. Überall, wo die Messe gefeiert wird, bezieht sie alle Christen ein. Wie sagte der alte Pfarrer in der Heimatgemeinde von Monsignore Schröder, wenn ein Kind mal keine Lust auf den Gottesdienst hatte: "Dann gehst du eben ohne Lust!"

Gegen Ende der Messe danke Pfarrer Leber noch einmal allen, die geholfen haben, seine "Idee" in die Tat umzusetzen - sowohl in der Vorbereitung als auch in der Durchführung. Der Gottesdienst endete schließlich mit Aussetzung, Te Deum und Sakramentalem Segen.

Selbst auf den Blumenteppich mußte nicht verzichtet werden. Ein großes Bildnis schmückte den Bereich vor der Altar-Bühne und zum Schluss der Feier wurde das Allerheiligste auf einem Teppich vom Eingang des Pfarrgartens zur Kirche gebracht.



Impressionen des Fronleichnam-Gottesdienstes: