Marienheide 2020 - Eine besondere Wallfahrt



Eine Kleinstgruppe macht sich stellvertretend am frühen Morgen des Wallfahrtssamstags mit Fahne und Kerze auf den Weg nach Marienheide.

Im Jahre 2020 ist vieles anders - und auch die traditionelle Wallfahrt vom Kirchspiel Drolshagen nach Marienheide soll da keine Ausnahme machen. Während viele Prozessionen und Umgänge ausfallen, andere (erstmal) auf den Herbst verschoben wurden, war es für die Marienheider Pilger klar, dass eine Wallfahrt mit einer Tradition von nunmehr fast 200 Jahre weder ausfallen noch verschoben werden darf.

Von Vorteil war hier sicherlich der Charakter der Wallfahrt, die nicht auf einer "geistlichen Führung" gründet, sondern von ehrenamtlichen Wallfahrtsleiter, Vorbetern und weiteren Helfern geprägt ist. Somit ist die Durchführung der Wallfahrt nicht zwingend von der "großen Gruppe" abhängig, sondern ein jeder kann sich - allein oder in Kleingruppen, ggf. unter zur Hilfename des Marienheider Wallfahrtsbüchlein - in seinen persönlichen Anliegen auf den Weg machen.

Um den verschiedenen Wallfahrten gerecht zu werden, hat die Gemeinde von Marienheide allen Pilgergruppen, die um das Fest Maria Heimsuchung ihre Wallfahrtsstätte besuchen, die Möglichkeit einer Hl. Messe eingeräumt. Für uns Drolshagener war diese an unserem traditionellen Wallfahrtstag, dem 2. Samstag nach Heimsuchung um 11:30 Uhr angesetzt. Wer also zu Fuß zur Pilgermesse wollte, der musste früh aufstehen um die etwa 25 Kilometer Weg zu bewältigen. Eine "offizielle" Kleinstgruppe hat sich mit Fahne und Kerze gegen viertel vor sechs von der Drolshagener Pfarrkirche auf dem Weg gemacht. Pfarrer Leber hat es sich dabei nicht nehmen lassen, die Gruppe zu verabschieden. Ein Gottesdienst in der Pfarrkirche fand aufgrund der frühen Stunde und da die Messe in Marienheide geplant war, nicht statt. Andere Fußpilger haben sich schon etwas früher auf den Weg gemacht, von anderen Wissen wir, dass sie später aufgebrochen sind um im Laufe des Tages ihr Ziel zu erreichen.

Die Pilgermesse fand in der Montfortkirche in Marienheide statt. Zum einen, weil diese größer ist und die Gläubigen entsprechend Abstand halten können und zum anderen, da die Wallfahrtskirche aktuell immer noch renoviert wird und sich das Gnadenbild derzeit dort befindet.

Am Sonntag, dem Tag des Rückwegs, gab es keine gesonderte Messe für die Drolshagener Pilger, sondern wir haben am regulären Gottesdienst der Marienheider Gemeinde um 8:30 Uhr teilgenommen. Die Messe wurde vom dortigen Pfarrer, Pater Payappa zusammen mit einem Gastpriester, Pater Nyandwi, der zurzeit im Seelsorgebereich Neusser Süden tätig ist, gefeiert. Dieser erzählte in seiner Predigt unter anderem von einer Führung im Himmel, wo in einem Raum eine große Zahl an Engeln damit beschäftigt ist, die Bitten der Menschen zu sammeln und Gott vorzutragen. Eine zweite, ebenso geschäftige Gruppe wiederum gibt die Antworten Gottes zurück an die Menschen. In einem dritten Raum, sitzt nur ein einzelner Engel, der einen eher ruhigen Dienst hat. Dieser Engel hat die Aufgabe, den Dank der Menschen zu sammeln. Mit dieser kleinen Geschichte wollte Pater Nyandwi uns daran erinnern, dass wir vor lauter Bitten das Danken nicht vergessen sollen.

Nach dem Ende des Gottesdienstes wurde vor dem Gnadenbild der Abschied gebetet. Mit ein paar Abschiedsworten von Pfarrer Rayappa hat sich die Kleinstgruppe dann auf den Weg zurück nach Drolshagen gemacht, wo diese gegen viertel nach drei angekommen ist. Mit einem kurzen Gebet in der Drolshagener Basilika endete schließlich ihre Pilgerreise.

Wer den Jahresrückblick des vergangenen Jahres aufmerksam gelesen hat, erinnert sich evtl. an die Ankündigung, dass man dieses Jahr einen "neuen" Weg ausprobieren wollte. In der Kleinstgruppe bot sich an, dies bereits auf dem Hinweg in die Tat umzusetzen. Statt durch Scheda und dann über die viel befahrene Bundesstraße nach Buntelichte, führte uns der Weg vom Wegeringhauser Schützenplatz zunächst in Richtung Dümpel, dann weiter an Lüdespert vorbei in Richtung Piene um dann im Gewerbegebiert Grünewald wieder auf den angestammten Weg zu treffen.


Andacht zum Abschluß des Wallfahrtswochenendes am Sonntag Abend im Pfarrgarten.

Auf dem Rückweg wurde die Gruppe noch ein wenig experimentierfreudiger: Eine der schlimmsten Teilstrecken ist die stark befahrenen Hauptstraße im Bereich des Meinerzhagener Flughafens. Bereits auf dem Hinweg sind uns die Wegzeichen des Jakobswegs aufgefallen, der hier vor wenigen Jahren neu instand gesetzt wurde und die Jakobspilger geschickt um den Flughafen herumführt. Kurzerhand wurde dieser auf dem Rückweg "ausprobiert". An machen Stellen etwas schmaler, aber von der Länge her ungefähr genauso weit wie das "Original", ist dieser Weg eine sehr schöne Alternative zur angestammten Strecke, die man sich auf jeden Fall merken muss!

Die traditionelle Andacht zum Ende der Wallfahrt wurde auf den Sonntagabend um 18:00 Uhr in den Pfarrgarten verlegt. An dieser nahmen knapp 50 Gläubige teil - viele davon treue Marienheider Pilger. In einer kurzen Begrüßung dankte Pfarrer Leber der kleinen offiziellen Gruppe sowie allen anderen, die sich zu Fuß oder mit anderen Hilfsmiteln stellvertretend für die Drolshagener Gemeinde auf den Weg nach Marienheide gemacht haben und die Anliegen der Drolshager Pilger zum Gnadenbild getragen haben. Diese Marienandacht stellte ein würdiges Ende des ganz besondern Marienheider Wallfahrtswochenendes 2020 dar.



 


Aufbruch nach Marienheide am frühen Samstagmorgen an der Drolshagener Pfarrkirche

Marienaltar im aktuellen "Ausweichquartier" in der Montfortkirche in Marienheide

Marienaltar im aktuellen "Ausweichquartier" in der Montfortkirche in Marienheide

Abendliche Andacht zum Abschluß des Wallfahrtstages im Pfarrgarten in Drolshagen
Abendliche Andacht zum Abschluß des Wallfahrtstages im Pfarrgarten in Drolshagen Abendliche Andacht zum Abschluß des Wallfahrtstages im Pfarrgarten in Drolshagen